14 Tage Website-Garantie — realistisch oder Marketing-Gag?
Kurz: realistisch — wenn alle Beteiligten ihren Teil tun. Wir liefern seit über zwei Jahren WordPress- und Next.js-Sites in 14 Werktagen ab Vertragsunterzeichnung. Die Quote der eingehaltenen Termine liegt bei 96 Prozent. Was aber genau in diesen 14 Tagen passiert und wo es schiefgehen kann, schreibt selten jemand auf. Hier die ungeschönte Version.
Warum die meisten Agenturen 6–8 Wochen sagen
Klassische Berliner Agenturen kalkulieren Lieferzeiten mit Puffern in allen Phasen — Discovery 2 Wochen, Design 3 Wochen, Development 3 Wochen, Korrekturen 2 Wochen. Das ergibt 10 Wochen Brutto-Plan. Dahinter steht ein Geschäftsmodell mit Stundenabrechnung: längere Projektlaufzeit = mehr abrechenbare Stunden. Bei Festpreis ist das anders herum: Wir wollen schnell fertig werden, weil jeder zusätzliche Tag unseren Stundensatz drückt.
Der zweite Grund: parallele Mandate. Eine Agentur mit 15 Mitarbeitern und 30 parallelen Projekten priorisiert nach Honorarvolumen und Auftraggeber-Druck. Ihr 1.500-Euro-Auftrag rutscht zwischen 50.000-Euro-Mandaten durch. Wir nehmen pro 2-Wochen-Slot maximal 2 Kunden — das ergibt 100 Prozent Fokus statt 5 Prozent.
Was in den 14 Tagen tatsächlich passiert
Tag 0: Erstgespräch (15 Min)
Sie buchen über Calendly, wir telefonieren oder Video-Call. Ich höre zu, stelle die richtigen Fragen, gebe binnen 24 Stunden ein PDF-Angebot mit Festpreis und konkretem Liefertermin. Ihre Aufgabe: ehrlich sagen, was Sie wollen und was Sie ungern aus den Händen geben.
Tag 1–3: Briefing & Wireframe
Sie liefern Texte, Bilder, Logo (oder wir machen ein einfaches Refresh). Ich baue Wireframes — schwarz-weiße Struktur ohne Design, einfach zu kommentieren. Sie geben Feedback per E-Mail oder Loom-Video. Hier scheitern 80 Prozent der späteren Verzögerungen: Kunden liefern Texte nicht rechtzeitig. Wir haben Templates für genau diesen Fall.
Tag 4–9: Design & Development
Parallel: Design-Konzept (Komponenten-Library, Farben, Typografie) und Code-Setup (Next.js oder WordPress, Hosting, SSL, DSGVO-Setup). Ab Tag 6 sehen Sie eine Live-Preview-URL. Ab dem Moment ist Kommunikation Loom-basiert: Sie nehmen 60-Sekunden-Videos auf, was Sie ändern wollen, ich antworte mit „done" oder „Frage dazu".
Tag 10–12: Inhalte & Feedback
Eine Korrekturschleife ist im Festpreis enthalten. Sie sehen die Seite live, schicken Änderungswünsche zusammengefasst. Hier scheitert die zweite Hälfte der Termine: Kunden geben Feedback in Bröckchen über 5 Tage statt in einem Block. Wir bitten um Sammeln und einmal Feedback geben.
Tag 13–14: Go-Live & Übergabe
Domain umstellen, DNS, SSL, Google Search Console anmelden, Sitemap einreichen, Schulungs-Video aufnehmen (Loom, 15–20 Minuten). Sie bekommen einen Übergabe-Ordner: Zugänge, Quellcode, Wartungs-Dokumentation, Schulungsvideo. Fertig.
Wo es realistisch schiefgehen kann
Inhalte kommen nicht
Mit Abstand der häufigste Grund für Verzögerungen. Kunden unterschätzen, wie viel Text eine Website braucht. Eine 5-Seiten-Seite hat 2.000–4.000 Wörter Content. Wenn Sie noch nichts haben, dauert das Schreiben 8–15 Stunden. Lösung: Sie liefern Stichpunkte und Material, wir schreiben den Text. Bei Bedarf gegen Aufpreis (190 Euro pro Seite).
Logo und Branding nicht klar
Wenn Sie kein Logo haben oder ein altes verwerfen wollen, kommt zusätzliche Design-Zeit dazu. Im Starter-Paket ist kein Logo-Design enthalten — wir empfehlen Berliner Logo-Designer ab 200 Euro oder bauen ein einfaches Wortlogo aus der Schriftart auf (im Business-Paket inklusive).
Externe Plugins/Tools nicht beauftragt
Wenn Sie Online-Terminbuchung wollen (Doctolib, Shore, Calendly), brauchen Sie den Account und das aktive Abo. Wir empfehlen, was zu Ihrer Branche passt, aber Sie schließen das Abo ab — vor Beginn von Tag 1 idealerweise. Sonst Verzögerung 1–3 Tage.
Kundenseitig keine Entscheidungshoheit
Wenn drei Beteiligte abnehmen müssen (Inhaber, Marketing, Buchhaltung), zerschmilzt Tag 12 oft in fünf Abstimmungstage. Lösung: ein Entscheider, der unterschreibt. Im Vertrag explizit benannt.
Was wir garantieren — schwarz auf weiß
Im Werkvertrag steht: Liefern wir nicht innerhalb von 14 Werktagen ab Vertragsunterzeichnung und vollständigem Erhalt aller Inhalte, erstatten wir 100 Prozent des bis dahin geleisteten Betrages. Klagelos, ohne Diskussion. Ausnahmen sind im Vertrag eng definiert: höhere Gewalt, Krankheit (mit Attest), klar definierte Mitwirkungs-Verzüge des Auftraggebers.
In zwei Jahren ist diese Klausel zweimal greifend geworden — beide Male, weil wir Kunden falsch eingeschätzt hatten (Komplexität unterschätzt) und sie ehrlich vor dem Termin informiert hatten. Wir haben in beiden Fällen erstattet, ohne dass es zu einer Auseinandersetzung kam. Festpreis-Modelle funktionieren nur, wenn das Versprechen ernst gemeint ist.
Fazit: 14 Tage geht, wenn beide Seiten mitspielen
Festpreis-Webdesign in 14 Werktagen ist kein Marketing-Gag, wenn Sie:
- Mit einem Anbieter arbeiten, der maximal 2–3 parallele Projekte hat
- Texte, Bilder und Entscheidungen pünktlich liefern
- Feedback gebündelt geben (einmal, nicht zehnmal)
- Eine entscheidungsberechtigte Person als Ansprechpartner haben
Wir machen das so seit zwei Jahren. 96 Prozent eingehaltene Termine. 4 Prozent Erstattung — alle vorher kommuniziert, keine Streitigkeit. Wenn Sie eine Website in 14 Tagen wollen: Termin buchen. 15 Minuten Erstgespräch, danach wissen wir beide, ob das in 14 Tagen machbar ist.